Norwegen

Norwegen

Treffpunkt war am 25.07.1986 um Mitternacht am Pfarrheim. Es begannen 14 Tage voller guter Laune, Spaß und Vergnügen, aber auch voller Anstrengung,

Abgeschlafftheit und nasser Klamotten. Wie gesagt, um Mitternacht fuhren 7 Pfadfinder(innen) mit ihren 4 Leitern in 2 Autos gen Norden. Nach ca. 13 Stunden kamen wir am Samstagnachmittag in Dänemark an. Dort suchten wir einen Zeltplatz und einen Parkplatz für die Autos, die, solange wir in Norwegen Abenteuer suchten, in Dänemark auf uns warten sollten.

Sonntagnachmittag um 16.00 Uhr legte die Fähre der “Fred.Olsen Lines” ab und brachte uns zum Hafen Egersunds, den wir nach 6 1/2 Stunden erreichten. Durch dänische Pfadfinder, welche wir auf der Fähre kennenlernten, machten wir die Bekanntschaft norwegischer Pfadis, die uns zum nächsten Zeltplatz brachten. Von diesem Zeltplatz aus zogen wir zwei Tage später, nachdem wir schon einen Tag norwegischen Regen genossen hatten, mit dem Zug nach Stavanger in der Hoffnung, der Sonne zu begegnen. Wir begegneten zwar nicht der Sonne, aber einem netten jungen Mann, der uns einen Tip gab, wo wir die nächste Nacht verbringen konnten. Der Tip war das YMCA-Haus, das nicht so weit aus Stavanger lag, so daß wir es schnell erreichen konnten. In diesem Haus übernachteten wir zweimal, denn es regnete fast unfaufhörlich und im Zelt wären wir glatt weggeschwommen.

Den zweiten Aufenthaltstag in Stavanger hatten wir verplant mit einem Ausflug zum “Prekostolen”.

  • Der Prekostolen, eine Touristenattraktion in der Nähe von Stavanger, ist eine Felswand, von deren Plattform man 597 m tief senkrecht ins Wasser gucken kann

Wieder einmal wurden wir durchnässt, aber unsere Sachen wurden im YMCA- Haus ziemlich schnell trocken. Einen Tag später machten wir uns auf den Weg zurück nach Egersund. Auf unserem Weg lernten wir ein Mädchen kennen, bei dessen Onkel wir die nächste Nacht im Garten zelten durften. Abends lernten wir die Familie des Mädchens kennen und konnten uns (ein wenig) bei ihnen aufwärmen.

Am nächsten Morgen, als wir unseren Weg fortsetzen wollten, wurden wir
noch mit Waffeln und Tee verwöhnt. Auch in der nächsten Nacht durften wir bei einem Bauern übernachten, diesmal sogar in seinem Keller, der ausgebaut war. Zu unserem Erstaunen lud uns die Familie zum Abendessen ein.

Anschließend zeigte uns der Bauer mit seiner Tochter den schönsten Strand Norwegens und die Kirche. Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir auf einem Zeltplatz ganz nahe am Meer. Dort faulenzten wir und einige wagten sich sogar ins Meer um zu planschen.

Am Montag der nächsten Woche legten wir den letzten und schönsten Teil unserer Wanderung zurück. Wir gingen die alte Straße von Stavanger nach Egersund, ca. 8 km, durch eine herrliche Gegend. Nachdem wir die Etappe geschafft hatten, kamen wir erschöpft aber ganz zufrieden an unserem alten Zeltplatz in Egersund an. Dort verbrachten wir die letzten Tage bis zu unserer Abreise aus Norwegen.

Von unserem Lagerplatz aus machten wir noch Ausflüge nach Egersund-Stadt und zu einem nahegelegenen Museum. Viel zu früh hieß es, Zelte und Rucksäcke packen, um mit den “Fred.Olsen Lines” nach Dänemark zu schippern.

In der Nacht verließen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge Norwegen.

Das lachende Auge zeigte Freude, daß wir endlich trockenes Wetter kriegen sollten; das andere weinte, weil es schwerfiel, das tolle Land mit seinen netten Leuten zu verlassen.

Durch Dänemark hindurch fuhren wir mit den Autos von Haustholm aus nach Hause.
Zu Hause wurden wir von Eltern und Freunden wieder in Empfang genommen.

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