von Bamberg nach Hof

von Bamberg nach Hof

9.Juli 1983 gegen 5.58 Uhr:

15 Jungen und Mädchen (inkl. vier Leiter) der Pfadi II verlassen in zwei Bullis Lütgendortmund. Vor ihnen liegen 14 erlebnisreiche Sommertage, die sie in Eigeninitiative so vorbereitet haben, daß keiner von ihnen weiß, wo sie in der übernächsten oder über-übernächsten Nacht schlafen werden.

Nach einer reibungslosen, lustigen, aber auch anstrengenden Fahrt ist das erste Ziel “Bamberg” erreicht. Zuerst werden die Zelte aufgebaut und der geliehene Bulli abgegeben. Dann steht eine Besichtigung der wunderschönen alten Stadt mit anschließendem Kirchenbesuch auf dem
Programm.

Am nächsten Morgen geht es dann endlich los. Die Rucksäcke werden
aufgesetzt und ………
Es sollte ein etwa 15 km langer Tagesmarsch werden, doch nach der Hälfte der Strecke sind wir uns einig: die über 120 km von Bamberg über Kronach nach Hof sind bei dieser Hitze (30° bis 35°C im Schatten) und bei plötzlichen Steigungen (bis 20%) mit schweren Rucksäcken (ca. 15 kg) nicht zu schaffen!

Unser Bulli wurde geholt, die Rucksäcke hineingepackt, und dann ging es ohne sie weiter bis zum nächsten Zeltplatz, während ein Leiter den Bulli schon dorthin brachte. Auf diese Weise schafften wir die lange Strecke doch noch!

Als wir schließlich in Hof ankamen, waren wir traurig, daß das Lager schon zuende ging. Doch ein anschließendes Festessen in einem Restaurant, bei dem noch einmal über viele Dinge gesprochen und auch gelacht wurde, war ein gelungener Abschluß.

Es war ein Lager, das jeder einzelne von uns sicherlich nicht vergessen wird. Die Schönheit der Landschaft, das gute Wetter und die Hilfsbereitschaft der Menschen, die uns auf Wiesen, Fußballplätzen, sogar in einem Freibad übernachten ließen und uns auch sonst in vielen Dingen behilflich waren, vor allem aber persönliche Erfahrungen und Gruppenverhalten – von unseren Leitern vermittelt – begeisterten uns so, daß wir sagten: “Nächstes Jahr geht es wieder auf große Fahrt!”

Denn: frei möchte ich sein:

  • frei von meiner Angst, gegen den Strom zu schwimmen;
  • frei vom Zwang, immer nur an mich zu denken;
  • frei von meiner Gewohnheit, immer den bequemsten Weg zu wählen;
  • frei von meiner Lieblosigkeit denen gegenüber, die mir nicht liegen;
  • frei von meinem Neid auf jeden, der mehr ist oder hat!

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