Stammeslager in Berdorf/Luxemburg

Stammeslager in Berdorf/Luxemburg

Wohlbehalten kehrten 85 Junqen und Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren der St.-Georg-Pfadfinderschaft Lütgendortmund aus einem Zeltlager in Echternach/Luxemburg zurück. Die Kinder wurden von 25 Helfern betreut.

Ein Vortrupp hatte schon von der örtlichen Feuerwehr eine Wasserleitung legen lassen, Toiletten und Waschgelegenheiten in Echternach errichtet und die Einkaufsmöglichkeiten erkundet. Der Förster hatte die Genehmigung
zum “Betrieb” eines Lagerfeuers erteilt. Eine Getränkefirma stellte Tische und Bänke zur Verfügung.

Als am Freitagnachmittag der große Bus mit den Kindern eintraf, begann ein emsiges Treiben auf der stillen Waldwiese. Das große Küchenzelt wurde errichtet, die kleinen Hauszelte für die Kinder aufgebaut. Auch die kleinsten Pfadfinder kennen sich schon mit den Zelten aus, und darum stand nach einer Stunde das gesamte Lager bis auf einige Kleinigkeiten. Die großen Pfadfinder errichteten den Fahnenmast mit der Aussichtsplattform und danach konnte das gemeinsame Abendessen eingenommen werden.

Am anderen Morgen wurde nach gemeinsamem Frühstück die nähere Umgebung erkundet. Viele Wiesen und Weiden mit Pferden, Rindern und Schafen, viele Wälder und Felstäler mit Höhlen, Schluchten und Bächen waren zu besichtigen. Der Sonntagsgottesdienst wurde in großer Runde um
das Lagerfeuer gefeiert, anschließend zogen die großen Pfadfinder mit ihren Zelten und Rucksäcken aus, um das schöne Land Luxemburg zu erkunden.

Die erste Woche verging auch für die zurückgebliebenen Jungpfadfinder und Wölflinge mit Wandern, Klettern, Schwimmen und Sonnen wie im Fluge. An einigen Felswänden musste auch die Kunst des Abseilens ausprobiert werden. Dort fand die “Knotenkunde” ihre praktische Anwendung.

Höhepunkt der Lagerzeit war die gemeinsame Fahrt nach Luxemburg und nach Wiltz.

In Luxemburg wurden die “Kasematten”, die gewaltigen, in die Felswände geschlagenen und gesprengten Festungswerke besichtigt. Alle staunten über die Ausmaße dieser unterirdischen Felsenhöhlen, in denen zu Zeiten der Belagerung Soldaten mit Wagen und Pferden, Kanonen, Werkstätten, Bäckereien und Küchen untergebracht waren.

Beim anschließenden Besuch der Kathedrale gab es viel Interessantes zu sehen. Einige, mit jugendlichem Schwung vorgetragene Lieder mit Banjo-Begleitung, ließen das alte Gemäuer erzittern. Pastor Weiß gab einige Erklärungen und machte auf die einzelnen Kostbarkeiten der Kathedrale aufmerksam. Nach einem gemeinsamen Gebet machten die Gruppen sich auf den Weg zum Hauptbahnhof.

Mit der Bahn fuhren sie weiter zur “europäischen Hauptstadt der Pfadfinder” nach Wiltz. Dieses kleine Städtchen im Norden des Landes mit etwa 4100 Einw. ist der internationale Treffpunkt der Pfadfinder. In elf Heimen und Blockhäusern und auf 15 Zeltplätzen innerhalb und außerhalb der Stadt werden jährlich etwa 100.000 Übernachtungen gezählt. Auch die Lütgendortmunder Pfadfinder trafen dort Pfadfinder aus Großbritannien, Holland, Ungarn und aus Amerika. Nicht zu vergessen die Bekanntschaft mit einer großen Pfadfindergruppe aus München, mit denen man sich natürlich am Besten unterhalten konnte.

Über Semmelknödel-Kochrezepte bis hin zu “Kaiser Franz” spannte sich der Bogen der Gespräche. Besonders bestaunt wurde die große Jurte (finnisches Zelt aus schwarzem Segeltuch) der Münchener Gruppe. Nach dem Pfadfinder-Abschiedslied machten sich die Lütgendortmunder auf den Weg
zum Bahnhof und langten mit Bahn und Bus wieder sicher auf dem Zeltplatz an.

Auch die Stadt Echternach wurde zum Ende der Lagerzeit besucht. In ihrer großen Abteikirche liegt das Grab des heiligen Willibrord, eines Lehrers des hl. Bonifatius, der die christliche Religion nach Deutschland brachte. In Echternach wurden dann auch einige Reiseandenken gekauft und das letzte Taschengeld an den (Eis-)Mann gebracht. Am Freitagmittag wurde nach Abbruch des gesamten Lagers und Beseitigung aller Spuren – ein Pfadfinder hinterlässt drei Dinge am Lagerplatz:

  1. Nichts;
  2. einen guten Eindruck
  3. den Dank an den Besitzer

– der große Bus bestiegen und alle machten sich auf den Heimweg.

In Lütgendortmund erwartete eine große Elternschar die Kinder vor dem Juqendheim. Die Kinder waren glücklich und froh und alle Leiter und Betreuer zufrieden und k.o.

Lager- Romantik

Ich möchte nur etwas vom Lager berichten,
dabei war ich nie gut beim dichten.
Aber wißt Ihr noch, wie schön es war,
das Berdorf-Lager im vorigen Jahr?

Mit einem Bus, Gepäck und allem Dreh,
war’s eine weite Reise, o jeh, o jeh.
Der Fahrer wollte gar nicht gern rasten,
nur so über die Landstraße hasten.
Und dabei, das muß man verstehen,
wollten alle doch mal zur Toilette gehen.
Wölfe lasst uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins’ Lager fahren.

Nach einer langen, schönen Reise,
gelangten wir auf diese Weise
nach Berdorf/Luxenburg ans Ende der Welt,
jede Gruppe baute schnell auf ihr Zelt.
Zwischendurch liefen Ute, Gabi und Stefaniene
mal zwischen die Bäume zur Latrine.
Und auch Stefan, Ansgar und Klaus,
liefen zum eig’nen Toilettenhaus.
Wölfe last uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

Die Lagernacht brach schnell herein,
der Platz war erhellt vom Feuerschein
und viele Mücken, Bienen, Hummeln,
wollten sich in den Zelten tummeln.
Jeder hatte damit seine Not,
doch schlug man manche Mücke tot.
Die halbe Nacht wurde erzählt, gesungen,
daß es fast bis Dortmund hat geklungen.
Dann waren alle Kinder brav,
und fielen in den Lagerschlaf.
Wölfe laßt uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

Am anderen Morgen, es war zum heulen,
hatten einige Kinder große Beulen,
doch kühlen, Salben und Tabletten,
helfen immer prima, woll’n wir wetten?
Dann zum Frühstück mit Hallo
brachten die Leiter den Kakao.
Und Brötchen aus Berdorf, geliefert vom Bäcker
mit Marmelade bestrichen, wunderbar, lecker.
Wölfe laßt uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

Man sah sich dann so ringsherum,
so auf dem Lagerplatze um.
Im Wäldchen wuchsen ne Menge Beeren,
die konnten viele nicht entbehren.
Drin lag auch noch ein kleiner Teich,
da wollten alle plantschen gleich.
Auch war da noch ein Jäger – Hochstand,
den der kleine Stefan fand.
Dann waren da noch Wasch – Anlagen,
die konnte mancher nicht vertragen.
Beim Rundgang hätte man bald vergessen,
es wurde Zeit fürs Mittagessen.
Wölfe laßt uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

Es langten alle kräftig zu,
für 10 Minuten war Lagerruh’,
und Grillen, Frösche, Spatzen,
hörten nur ein lautes Schmatzen.
Danach lief man zum Küchenzelt,
dort war ein Eimer aufgestellt,
jeder wollte der Erste sein,
und spülen seinen Teller rein.
Wölfe laßt uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

Der Lagerplatz war schon bekannt,
danach man noch schön’re Ecken fand.
Die Felsenschluchten luden ein,
zum wandern, plantschen, toben, schrein.
Auch kam Herr Weiß auf die Idee,
man könnte sich abseilen, o jeh, o jeh!
Das wurde dann auch gleich vollbracht,
im Schwimmbad gab’s ne Wasserschlacht.
Wölfe laßt uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

Eines abends zu später Stund,
machten wir eine Nachtwanderung.
Wir gingen durch den dunklen Wald,
da lief’s uns über den Rücken kalt,
überall hörte man’s knacken und knistern,
wir waren ganz leise, taten nur flüstern.
Auf einmal gab’s Geheul und viele Lichter,
dann erkannten wir aber die Gesichter.
Uns als sie fielen mit “Alele” ein,
war uns klar: Das konnten nur die Juffis sein.
drum! Wölfe laßt uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

Was kann man sonst noch so berichten,
und aus dem Lagerleben dichten?
Die Tage waren ausgefüllt,
plötzlich hat einer Laut gebrüllt.
Ansgar diesem armen Tropf,
schlug jemand auf den Hinterkopf.
Die Wunde wurde schnell verbunden,
beim Arzt in Echternach waren wir längst schon Kunden.
Wölfe laßt uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

Unter spielen, toben und wandern,
reihte sich ein Tat an der andern.
An einem Sonntag vor dem Mittagessen,
gaben wir in Berdorf ein Konzert,
das hätt ich bald vergessen.
Und dann noch kurz vor Lagerschluß.
fuhren wir mit Bahn und Bus,
nach Luxemburg und Wiltz der Pfadfinderstadt,
was wohl noch jeder in Erinnerung hat.
Wölfe laßt uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

Nach zwei Wochen dann wie schade,
sagten Berdorf wir ade.
Es kam wieder der große Bus,
die Heimfahrt war auch ein Genuß.
In Lütgendortmund am Jugendheim,
trudelten wir abends ein.
Der Platz am Heim war schon ganz voll,
von Eltern welche sorgenvoll,
schon warteten auf ihre Kinder!
Da sind sie endlich gar nicht krank,
schön braun, gesund und gottseidank,
Wölfe laßt uns nicht verzagen,
bald werden wir wieder ins Lager fahren.

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