Fischbach 1977

Fischbach 1977

Fischbach bei Dahn liegt in der Südpfalz, 4 Kilometer von der französischen Grenze entfernt, mitten zwischen Bergen, Wäldern und einer Reihe alter Ritterburgen. Mitternacht hört man ab und zu noch Rüstungen klappern!
Herrliche, unvergeßliche Tage verlebten Kinder und Leiter in dem Zeltlager
in Fischbach. Eigentlich bestand der Zeltplatz nur aus einer Wiese, aber Dank der Unterstützung durch die freiwillige Feuerwehr die eine 200 m lange Schlauchwasserleitung zu unserer Wasch- und Duschanlage legte, und dem unermüdlichen Einsatz aller Pfadfinder (vom kleinsten bis zum größten) verwandelten wir die Wiese schnell in einen gemütlichen Lagerplatz, auf dem wir uns wohl fühlen konnten.

Toiletten wurden von uns selbst errichtet. Gekocht wurde in einer nahegelegenen amerikanischen Kaserne. Geschlafen haben wir in kleineren und größeren Zelten. Viele Wanderungen, einige sogar mit Übernachtungen auf alten Burgruinen, führten die Gruppen durch den wunderschönen Pfälzer Wald. Besucht haben wir auch ein Lager der American Scouts und eine Pfadfindergruppe aus Unna, die in unserer Nähe ihre Zelte aufgeschlagen hatte, und das Töpferdorf Soufflenheim und die alte Stadt Strasbourg.

Wunderbar schmeckte auf dem Bergfest die Pizza. Haben Sie schon einmal in einem selbstgebauten Backofen aus Steinen und Schlamm für 90 Pfadfinder und etwa 10 amerikanische Gäste Pizza gebacken? Ein einmaliges Erlebnis! Wie schwierig war es schon allein, ein Backblech aufzutreiben! Der Verkäufer wollte unbedingt den Hersteller und die Marke des Backofens wissen und konnte nicht begreifen, daß der Hersteller die DPSG-Lütgendortmund und die Marke “Eigenbau” waren. Ein Nudelholz gab es natürlich auch nicht, aber eine Wasserflasche. Alles andere war ein “Kinderspiel”! Es schmeckte prima und wir wurden alle satt.

Große Augen machten alle Kinder, als ein Schäfer mit ca. 1000 Schafen am
Lagerplatz vorbeizog. Einfach spitze war die Nachtwache, wenn man seine Runden um alle Zelte machte, in die Glut des Lagerfeuers sah oder die Sterne beobachten konnte, bis es im Osten vor Sonnenaufgang langsam dämmerte.

Abenteuerlich war die Handhabung des amerikanischen Benzin-Tauchsieders zur Bereitung des Spülwassers. Da mußte schon ‘mal die eine oder andere Augenbraue dran glauben! Beim Abschlußfest drehten wir n Ermangelung einer Stromleitung von Hand den riesigen Rollbraten. Nach Stunden war er gut und alle waren begeistert.

Obwohl so ein richtiges Bett auch nicht zu verachten ist, packten wir nach 14 Tagen nur ungern unsere Koffer und sagten Fischbach ade.

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